KI im Waldmanagement: Neue Wege für mehr Resilienz

Das Forschungsprojekt „PRIMA-Wald“ zeigt, wie digitale Technologien und Künstliche Intelligenz Waldbesitzende beim klimaresilienten Umbau und beim Schutz vor Schadorganismen unterstützen. Die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Verwaltung und Praxispartnern macht es möglich.

KI im Waldmanagement
KI-gestützte Analysen von Satelliten-, Drohnen- und Flugzeugdaten helfen, den Zustand der Wälder zu überwachen und frühzeitig auf Risiken zu reagieren. Foto: Adobe Stock/GD schaarschmidt

Wenn es darum geht, den Wald klimaresilient umzubauen und vor Schadorganismen zu schützen, können digitale Tools einen wichtigen Beitrag leisten. Dies zeigt das Forschungsprojekt „PRIMA-Wald“ in Baden-Württemberg.

Die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Verwaltung, Waldbesitz und Praxispartnern ermöglichte es, im Projekt moderne Ansätze zur Unterstützung der Waldbewirtschaftung zu erproben und weiterzuentwickeln.

Die Beteiligten realisierten beispielsweise ein Online-System, das die Mortalität und Vitalität des Waldes KI-basiert erfasst. Dies berichtet das Land Baden-Württemberg in einer Mitteilung.

Digitale Werkzeuge für ein modernes Waldmanagement

„Die Folgen des Klimawandels fordern unsere Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer stets aufs Neue heraus“, betont der baden-württembergische Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk. „Daher ist es wichtig, dass wir unseren Waldbewirtschaftern geeignete digitale Werkzeuge zur Verfügung stellen, die sie im Waldmanagement effektiv unterstützen.“

Das Projekt ermöglichte den Aufbau einer frei zugänglichen Online-Plattform. Diese visualisiert Geodaten zum Zustand des Waldes, die zuvor von Satelliten, Flugzeuge und Drohnen erfasst wurden. Auch für eine nutzerfreundliche Darstellung ist gesorgt.

„Damit kann die im Projekt praktizierte Drohnen-gestützte Suche nach vom Borkenkäfer befallenen Bäumen mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) ausgewertet werden. So können langfristige Trends und Schadereignisse im Wald in nahezu Echtzeit erfasst werden“, so Minister Hauk.

Die Professur für Sensorgestützte Geoinformatik der Universität Freiburg im Breisgau entwickelte das KI-gestützte Waldmonitoring. Die Koordination übernahm der Lehrstuhl für Forstökonomie und Forstplanung. Das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz förderte das auf zwei Jahre angelegte Vorhaben im Rahmen der Waldstrategie mit bis zu 550.000 Euro.

Modellregion Rechtal als Innovationslabor

Im Modellgebiet Renchtal wurden neue Ansätze für ein digitales Wald- und Risikomanagement entwickelt und praktisch erprobt. Dabei ließen sich digitale Innovationen unmittelbar in die Anwendung überführen. Risikoanalysen flossen in die strategische Planung ein, zugleich bauten die Beteiligten neue Kooperationsstrukturen auf. Waldbesitzerinnen und -besitzer sind somit besser auf künftige Herausforderungen vorbereitet.

Im Arbeitspaket fernerkundungsbasierte, digitale Betriebsgutachten wurde eine neue Datengrundlage für eine risikoorientierte, mittelfristige Betriebsplanung geschaffen. „Damit können Maßnahmen in Wäldern geplant und durchgeführt werden, die zur Stabilität und zum Walderhalt beitragen, indem zum Beispiel der Wald in klimaresiliente Mischwälder umgebaut wird“, erklärt Minister Hauk.

Die Landschaftsmodellierung iLand – kurz für individual-based forest landscape model – ermöglicht es, Waldlandschaften wissenschaftlich zu simulieren und zu analysieren. „Es dient dazu, die Entwicklung von Wäldern über lange Zeiträume hinweg realistisch abzubilden“, so Minister Hauk.

Red.


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