Flexibilität rauf, Kosten runter: Effizienzpotenziale von elektronischen Zutrittslösungen

Bei jedem einzelnen verlorenen Schlüssel zeigt sich eine charakteristische Stärke von elektronischen Zutrittslösungen gegenüber herkömmlicher Mechanik. Noch größere Effizienzpotenziale bietet jedoch ein systematisches Zutrittsmanagement, das die intelligente Steuerung von Prozessen im gesamten Gebäude unterstützt. Das bestätigt auch der Blick auf die Lebenszykluskosten.

Elektronische Zutrittslösungen
Mobile Zutrittslösungen verbessern durch das Echtzeit-Zutrittsmanagement die Sicherheit. Foto: Salto Systems

Elektronische Zutrittskontrollsysteme lösen in immer mehr Anwendungsbereichen mechanische Schlösser und Schlüssel ab. Das scheint zunächst einmal paradox, denn noch immer ist die Erstinvestition höher als bei einer herkömmlichen Schließanlage. Doch schon ein zweiter Blick zeigt: Im laufenden Betrieb sparen elektronische Lösungen an vielen Stellen Geld.

Kosteneinsparungen im Lebenszyklus

Bei der Entwicklung der elektronischen Schließtechnik stand anfangs vor allem ein Aspekt im Fokus: Elektronische Schlüssel – egal ob als Chipkarte, Keyfob oder heutzutage auch in Apps – lassen sich schnell sperren und kostengünstig ersetzen. Geht dagegen der Schlüssel einer mechanischen Schließanlage verloren, muss zumindest ein Teil der Schließzylinder und der Schlüssel ausgetauscht werden. Das gilt umso mehr, je höher der Schlüssel in der Schließhierarchie angesiedelt ist und je mehr Schließpunkte die Anlage umfasst. Doch auch durch abgebrochene Schlüssel und defekte Zylinder entstehen hohe Unterhaltskosten, die zum Beispiel in einem Krankenhaus schnell 40.000 bis 60.000 Euro pro Jahr betragen können.

Bei einem elektronischen System beschränken sich die Betriebskosten auf wenige Euro pro neuem Schlüssel und (bei nicht verkabelten Türkomponenten) auf den gelegentlichen Austausch der Batterien. Die ohnehin langen Wechselintervalle von rund zwei Jahren können dabei durch ein integriertes Batteriemanagement, das den aktuellen Ladestatus automatisch an das System meldet, noch weiter ausgedehnt werden.

Vom Schließsystem zum Zutrittsmanagementsystem

Elektronische Zutrittslösungen steigern das allgemeine Sicherheitsniveau im Gebäude, weil sich die Zutrittsrechte jederzeit schnell an die aktuelle Situation anpassen lassen. Damit werden mögliche weitere – etwa durch Vandalismus oder Industriespionage – verursachte Folgekosten vermieden. Nicht zuletzt lassen sich Workflows und Prozesse durch elektronische Schlüssel optimieren und effizienter gestalten, was gerade angesichts des Personalmangels in vielen Branchen weitere Einsparpotenziale erschließt.

Mit dem zunehmenden Einzug digitaler Technologien erweitern sich seitdem die Möglichkeiten elektronischer Zutrittslösungen immer weiter – hin zu einem umfassenden Zutrittsmanagement. Dafür werden alle Nutzerinnen und Nutzer eines Gebäudes in Zutrittsgruppen eingeteilt, die jeweils dieselben Berechtigungen benötigen. Das können beispielsweise die Mitarbeiter unterschiedlicher Abteilungen oder Aufgabenbereiche sein oder auch externe Dienstleister wie Reinigungskräfte oder Lieferanten. Wechselt nun ein Mitarbeiter die Abteilung, wird ihm mit wenigen Mausklicks einfach eine andere, passende Zutrittsgruppe zugewiesen. Auf diese Weise erhält er im Handumdrehen Zutritt zu den neuen Türen und seine Berechtigungen für die bisherigen Türen erlöschen.

Elektronische Zutrittslösungen
Elektronische Zutrittskontrollsysteme lösen aufgrund höherer Sicherheit, flexiblerer Vergabe von Zutrittsrechten und geringerer Kosten über den Lebenszyklus in immer mehr Anwendungsbereichen mechanische Schlösser und Schlüssel ab. Foto: Salto Systems

Nachvollziehbare digitale Prozesse

Ein weiterer, auch in Bezug auf die Kosteneffizienz relevanter Vorteil von elektronischen Zutrittskontrollanlagen sind die vielfältigen Optionen der Verknüpfung mit Drittsystemen mit dem Ziel einheitlicher und nachvollziehbarer digitaler Prozesse. Die Anwendungsgebiete hierfür sind nahezu unbegrenzt. Die Palette reicht von klassischen Sicherheitsgewerken wie Videoüberwachung, Fluchtwegsteuerung und Physical Security Information Management (PSIM) über digitale Hotelservices bis hin zu Raummanagement, Zeiterfassung, Unterweisungssystemen für Arbeitsschutz, Präsenzmeldung und Gebäudemanagement.

Häufige Schnittstellen für die Zutrittskontrolle sind zudem Flucht- und Rettungswegsysteme sowie Einbruchmeldeanlagen (EMA), deren Bedienung zum Beispiel über Schlüsselschalter erfolgt. Auch Brandmeldeanlagen (BMA) können mit der Zutrittskontrolle interagieren. Die Zentrale (BMZ) löst dann beispielsweise entsprechende Türsteuerungen aus. Und auch die IT-Sicherheit in Unternehmen lässt sich durch die Kombination von Cybersecurity und Zutrittskontrolle erhöhen.

Fazit

Anders als mechanische Schlüssel lassen sich elektronische Identmedien im Bedarfsfall schnell, sicher und nicht zuletzt kostengünstig ersetzen. Noch größere Einsparpotenziale bergen entsprechende Systeme, wenn sie im Rahmen eines umfassenden Zutrittsmanagements Prozesse unterstützen. Dabei gewährleisten sie eine hohe Flexibilität: So lassen sich selbst kurzfristige Nutzungsänderungen oder Mieterwechsel in Bezug auf die Zutrittsberechtigungen ebenso einfach wie sicher realisieren. Das heißt, nicht nur die Kosten sollten bei der Auswahl einer Schließ- beziehungsweise Zutrittslösung berücksichtigt werden, sondern auch mögliche Einsparungen und Umsatzpotentiale während des gesamten Lebenszyklus.

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